BIEST
INTENT

BIEST zeigt Angebote zum Nachdenken über Verhältnisse: Körper zu Raum zu Behausung zu Bekleidung zu Dimensionierung zu Intimität zum Sehen.

Der Stoff bei BIEST wird zum Erzählstoff; und der Stoff behandelt den Willen sich in der Welt und zur Welt zu verhalten. Aus der Fülle in die Konkretisierung. Vom Schnittmuster in die Welt und zurück. Wie das Schnittmuster die Reduktion des Körpers auf zwei Dimensionen bedeutet, und dabei doch immer den Bedingungen der Dreidimensionalität zu folgen hat, changieren die Kleidermodule von BIEST zwischen den Dimensionen der Formen und Ideen von Behausung. Da wird das Stoffquadrat – seine ihm immanente, durch Geometrie bedingte Wandlungsfähigkeit genüsslich auskostend – zur Decke, zur Jacke, zum Mantel, zum Zelt. Nicht nur für den Einen; da können viele rein. Das Schwert bleibt nun in der Scheide; es ist zum Teilen des Mantels nicht mehr vonnöten. Die Schönheit und Notwendigkeit der Geste bleibt; sie ist bereits im Denken angelegt. Die Klarheit der Geometrie der Einzelteile, denen das Potential für unzählige Arten von Aneinanderreihung, Erweiterung und Nutzung innewohnt, wird so zur Poesie. Ihr Realitätsanspruch ist identisch mit ihrem Möglichkeitsgehalt. Beides realisiert sich im Vollzug. Kleidung wird bei BIEST performativ.

BIEST denkt Körper und Raum. Möglichkeitsraum, Denkraum, Freiraum, Privatraum, Kunstraum, Schutzraum, Raumschiff.
In-der-Welt-sein heißt vor allem Körper sein und damit Raum besetzen. Dies mag genügen, um daran zu erinnern, dass räumlich zu denken und Raumkonstruktionen zu entwickeln natürlich keine Erfindung der jüngst ausgerufenen »raumkritischen Wende« ist, sondern geradezu der Beginn der Philosophie.

INTENT 3

Ausstellung: Centro Metropolitano de Diseno, Ciudad de Buenos Aires
Argentina,
2014

 

 

INTENT

DESIGN WEEK KYOTO
Japan 2017

Video: Steven Klöbsig
Sound: Daniel Matz
Foto: Ina Schoenenburg/OSTKREUZ

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